Mittwoch, 16. November 2011

POL-DO: "Schockanrufer" festgenommen - Polizei warnt vor perfider Betrugsmasche


Lünen (ots) - 14. November 2011, 12.00 Uhr
Lünen
Lfd. Nr.:1286

Die Polizei Dortmund konnte durch die Mithilfe eines Ehepaares aus Lünen, am Montag, 14. November 2011, gegen Mittag in Lünen einen 34-jährigen Betrüger festnehmen, der durch so genannte "Schockanrufe" Geld von älteren russischstämmigen Mitbürgern ergaunern wollte.

Der 34-Jährige aus Litauen erschien bei einer 53-Jährigen aus Lünen und forderte energisch einen höheren Geldbetrag ein, den zuvor Komplizen telefonisch durch einen sog. "Schockanruf" von ihrem Opfer verlangt hatten. Angeblich, so die Anrufer, sei der Sohn in einen Verkehrsunfall verwickelt und er benötige dringend einen fünfstelligen Bargeldbetrag. Der aufmerksame 62-jährige Ehemann der
Geschädigten erkannte den Betrug, verständigte die Polizei und versuchte den Tatverdächtigen bis zum Eintreffen der Streife festzuhalten.

Der mutmaßliche Betrüger konnte sich jedoch zunächst losreißen und flüchten. Die Polizei nahm den 34-Jährigen jedoch kurz darauf im Rahmen der Fahndung fest.

Im Laufe der weiteren Ermittlungen konnte die Polizei diesem Tatverdächtigen bisher zwei weitere vollendete gleichgelagerte Taten am 31.10.2011 und 02.11.2011 in Lünen nachweisen, wobei jeweils hohe vierstellige Summen betrügerisch erlangt wurden.

Der Mann wurde gestern einem Haftrichter vorgeführt, der umgehend einen Haftbefehl erließ.

Bei Taten mit sogenannten "Schockanrufen" kommt es im Wesentlichen immer zur gleichen Begehungsweise: Bei Recherchen werden potentielle Opfer gezielt anhand von vornehmlich russischen Vornamen, wie Olga, Natalia, Tamara und wo speziell der Vorname auf einen "älteren Teilnehmer" schließen lässt, ausgesucht.

Während ein Täter die gefilterten Personen anruft, halten sich dessen Mittäter bereits in Tatortnähe auf. Der "Anrufer" beginnt alle Telefonate ohne Namensnennung und in weinerlichem Ton. Er spricht die Opfer auf russisch mit Mutter oder Tante an und teilt ihnen seine persönliche Notlage mit. Zum Beispiel ein schwerer Verkehrsunfall, eine Person wurde überfahren, ein Mensch ist getötet worden, der Anrufer liege mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Wenn Anrufer nicht eine größere Summe zwischen 5.000 EUR und 50.000 EUR zahlen würde, würde er inhaftiert und so weiter.

In anderen Fällen meldet sich eine ,,Polizeidienststelle", die angibt, dass ein naher Angehöriger (Sohn / Tochter / Vater / Bruder ) einen Verkehrsunfall / Schadenfall verursacht hätte und das zur Abwendung einer Haftstrafe ein Geldbetrag an Angehörige des Opfers gezahlt werden könnten. Auch hier liegen die Summen zwischen 5.000 EUR und 50.000 EUR.

Nachdem für den Anrufer geklärt ist, dass der/die Angerufene bereit ist zu helfen und eine bestimmte Geldsumme an einen Überbringer zu übergeben, wird der Mittäter vor Ort informiert. Dieser holt dann das Geld sofort vor Ort ab. In der Zwischenzeit hält der "Anrufer" durch mehrere Anrufe oder per Dauergespräch ständig Kontakt zum Opfer.

Taten mit der zuvor geschilderten Begehensweise werden seit geraumer Zeit von überregional agierenden Tätergruppen im gesamten Bundesgebiet begangen.

Sollten Sie einen verdächtigen Anruf erhalten, wenden sich bitte umgehend an den kostenlosen Notruf ihrer Polizei 110.

Originaltext: Polizei Dortmund
Digitale Pressemappe: http://www.polizeipresse.de/pm/4971
Pressemappe via RSS : http://www.polizeipresse.de/rss/dst_4971.rss2